2. Bericht Austauschjahr in Kanada


Nun bin ich schon seit 4,5 Monaten in Richmond, Kanada und seit meinem letzten Bericht hat sich bei mir viel ereignet.

Im Oktober beherrschte der Fußball meine Gedanken. Zu der Zeit spielte ich im Highschool Team.

Wir spielten zweimal in der Woche gegen eine andere Schule aus der Stadt. Unsere Mannschaft war bunt gemixt. Von Mexiko über Kambodscha bis nach Deutschland war alles an Nationalitäten vertreten. Für mich war es eine super Möglichkeit, andere Jugendliche in meinem Alter mit denselben Interessen kennenzulernen. Außerdem habe ich den Highschool Geist kennengelernt, da viele Schüler nach der Schule länger blieben, um ihre Mannschaft anzufeuern. Aktuell spiele ich noch im sogenannten Community Team, da wir leider in den Play-Offs mit der Schule ausgeschieden sind.

Der Schulalltag läuft für mich immer besser, da ich stets neue nette Leute kennenlerne. Der Unterricht macht mehr Spaß, mein Englisch verbessert sich und ich habe das Gefühl dazuzugehören.

Mit meinen Gasteltern verstehe ich mich nach wie vor sehr gut. Es fühlt sich so an, als wenn ich nach Hause komme. Sie begleiten mich zu Fußballspielen und Trainings und mit meinem Gastvater gucke ich viel Fußball und Eishockey.  

Am 8. Januar werde ich das erste Mal meine Gastfamilie wechseln. Diese habe ich schon kennengelernt und das Haus ist nur 2 Minuten zu Fuß von meinem jetzigen entfernt. In dem Haus wohnen meine Gastmutter, ihre Tochter und deren Mann, außerdem ein Hund und eine Katze, auf die ich mich schon freue, da ich noch nie ein Haustier besessen habe.

Am 15.12 hielt ich meinen Vortrag im Rotary Club. Meine Eltern waren per Zoom

zugeschaltet. Es freute den Rotary Club sehr, meine Eltern kennenzulernen. Zusätzlich waren die anwesenden Mitglieder sehr daran interessiert, mich und mein Heimatland besser kennenzulernen.

Die Mitglieder des Rotary Clubs unternehmen immer sehr viel mit mir. So lud mich eine Familie ein Wochenende auf eine kleine Insel in deren Haus ein. Die Größe der Insel ist ähnlich wie die von Amrum- allerdings mit unterschiedlicher Natur. 

Eine andere Familie nahm mich auf Eishockeyspiele mit. Allerdings darf man hier kein Eishockey sagen. Das habe ich relativ schnell erfahren. “Es ist Hockey, nicht Eishockey.” Ich wurde zum Derby Montreal gegen Vancouver mitgenommen. Es war wohl einer der aufregendsten Spiele seit Jahren.

Außerdem wurden mir zwei Tennisstunden geschenkt. Darüber freute ich mich sehr, denn ich wollte immer schon einmal Tennis spielen.

Da aber auf Amrum nur ein Hotelplatz zu finden ist, war dies schwer zu lernen. 

Es machte mir sehr viel Spaß und ich versuche, weiterhin zu spielen.

Im Dezember ging dann die Fußball – WM los. Da sich dieses Jahr auch Kanada qualifizierte, war in der ganzen Schule ein WM – Spirit. Wir guckten heimlich im Unterricht oder ich trafen uns nach der Schule, um die Spiele gemeinsam zu sehen.

Dieses Jahr war mein erstes Weihnachten außerhalb von Deutschland- ohne meine Familie.

Die Vorweihnachtszeit war sehr schön. Meine Gastmutter backte viele Kekse und ich bekam sogar einen Adventskalender. An Heiligabend, anders als bei uns, wurde gar nichts gemacht. Am 25. (Christmas Day), wurden morgens die Geschenke aufgemacht. Es lag sogar noch Schnee! Es war eine schöne Bescherung. Am Nachmittag kam die restliche Familie. Insgesamt waren 12 Leute da. Es war toll, alle kennenzulernen, da ich noch nicht alle Familienmitglieder bisher kennengelernt habe.

Die Nichte meiner Gastmutter machte vor 6 Jahren auch einen Rotary-Austausch. Ihre erste Wahl war sogar Deutschland, allerdings kam sie nach Frankreich. Es war hilfreich, sich mit ihr über ein paar “Austauschsachen” zu unterhalten. Sie ist auch der Grund, weswegen meine Gasteltern einen(e) Austauschschüler(in) aufnehmen wollten, ohne dass sie Mitglieder in einem Rotary Club sind.

Über Weihnachten habe ich natürlich meine Familie und Freunde vermisst, aber Heimweh habe ich bis jetzt zum Glück noch nicht gehabt.

Am 20. Januar fliege ich zu meiner 2. Orientation nach Prince George. Ich freue mich, die anderen Austauschschüler wiederzusehen. Der Ort ist relativ weit nördlich. Das heißt, warme Kleidung einpacken, denn momentan sind dort Temperaturen von minus 40 Grad Celsius keine Seltenheit.

Ungewöhnlich für den Dezember schneite es im Großraum Vancouver wie verrückt. Viele Flüge wurden nicht durchgeführt, also saßen Leute, die ihre Familien besuchen wollten, auf dem Flughafen fest.

Ich hoffe alle, die den Bericht lesen, hatten schöne Weihnachten.

Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr.


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